Nicole Glanz

Parietale Osteopathie und Beckenfehlstellungen

 

Die parietale Osteopathie umfasst die Behandlung der Wirbelsäule und ihrer Gelenke, der Kreuzbein- und Beckenregion und der Gliedmaßen.

In diesem Beitrag gehe ich auf Fehlstellungen des Beckens ein, wie diese vom Halter erkannt und bestenfalls vermieden werden können.

 

Mögliche Ursachen für Beckenfehlstellungen des Hundes sind:

- Verletzungen durch Unfälle oder Stürze

- ruckartige Bewegungen oder Verdrehungen des Beckens beim toben

- Schonhaltungen bzw. chronische Fehlbelastungen

- Lahmheiten der Hintergliedmaße z. B. durch Arthrose

- Operationen

- Deckakte

- schwierige Geburten

- Erkrankungen der Beckenorgane

- craniosakrale Dysfunktionen

 

An folgenden Symptomen kann der Halter eine Beckenfehlstellung seines Hundes erkennen:

- Schiefhaltung der Rute (Rutenansatz oder Rutenpendel)

- Pfotenschleifen

- einseitig abgelaufene Krallen

- Entlastung einer Gliedmaße

- Veränderung der Haarwuchsrichtung

- asymetrische Muskulatur der Hinterhand

- versetztes laufen

- verkürzte Schrittlänge

- hörbares Gelenkknacken

- erschwertes Aufstehen bzw. Hinlegen

- Temperaturunterschied der Pfoten der Hintergliedmaße

- Probleme beim Harn-/Kotabsatz

 

Häufig erkennt der Halter auch nur eine Veränderung im Bewegungsablauf seines Hundes. Dabei kann es sich um eine allgemeine Bewegungsunlust, um koordinative Beeinträchtigungen und/oder um Vermeidung bestimmter Bewegungen handeln, die der Hund sonst problemlos ausführen konnte.

 

Leider lässt sich eine Beckenfehlstellung nicht immer vermeiden. Trotzdem kann der Hundehalter vorbeugende Maßnahmen beachten:

- für Ruhe und ausgeglichene Bewegung sorgen; hektische Hunde sind anfälliger für Fehlstellungen im allgemeinen

- aufwärmen der Muskulatur vor dem Sport

- vermeiden von ständigen Stop & Go's, vor allem bei "kalter" Muskulatur

- ausreichende Bewegung ermöglichen, um die Muskulatur aufzubauen und zu erhalten

- gezielte Bewegungsübungen

- gezielte Massagen

etc.

 

Während der osteopathischen Behandlung der Beckenfehlstellung, gewinnt der behandelnde Therapeut genauen Einblick über das Ausmaß der Bewegungseinschränkung. Dem Halter werden die notwendigen zusätzlichen Maßnahmen, mit auf den Weg gegeben, um erneute Beckenfehlstellungen nach Möglichkeit zu vermeiden.

 

Osteopathische und physiotherapeutische Behandlungen ersetzen NICHT den Gang zum Tierarzt. Bei akuten Verletzungen sollte der 1. Weg zum Tierarzt des Vertrauens führen.